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Um 21.47 Uhr war für "Willi" endgültig Schluss

Das 1456. und letzte Spiel bestritt Wilhelm Bauch (VfL Bleckede) bei der Lüneburger SV II

jb Lüneburg. In der hiesigen Tischtennis-Szene kennt ihn jeder. 55 Jahre stand er mit ein Jahr Unterbrechung an der Platte, mit seinem 1456. und letzten Spiel ging eine beeindruckende Sportkarriere zu Ende: Die Rede ist von Wilhelm Bauch vom VfL Bleckede, der in Tischtennis-Kreisen "Willi" genannt wird.

Das 72-jährige Bleckeder Urgestein ging nun in den Tischtennis-Ruhestand. Im letzten Punktspiel des VfL Bleckede II (Michael Anders, Siegfried Schwarz, Willi Bauch, Tobias Arndt) gegen LSV II (Carsten Klinge, Peter Schmitz, Gerd Peter und Frank Perschke) verabschiedeten sich der Bleckeder Mannschaftsführer und sein Team mit einem 7:4-Sieg (16. April 2010). Für beide Mannschaften war es das letzte Punktspiel in der Saison 2009 / 2010. Sowohl Gastgeber als auch der Gast konnten befreit aufspielen, beide Mannschaften werden auch in der kommenden Saison in der 1. Kreisklasse wieder aufeinander treffen, doch einer wird für immer fehlen: "Willi" Bauch.

Der sympathische Elbestädter beendete erfolgreich um 21.30 Uhr gegen Gerd Peter sein letztes Einzel mit 11:9, 11:8 und 11:6. 17 Minuten später war dann mit seinem Doppelpartner Tobias Arndt gegen Gerd Peter / Frank Perschke endgültig Schluss. Die letzte Eintragung in seinem vierten DIN-A-4-Buch wird wie folgt lauten: Doppel-Niederlage 9:11, 9:11, 11:7 und 11:9.

Die Gastgeber hatten ein besonderes Geschenk parat: Als Erinnerung an das 1456. Spiel übergab LSV-Tischtennis-Abteilungsleiter Jens Burmester an "Willi" Bauch eine Freundschaftsurkunde, unterschrieben von den Mannschaftskameraden Carsten Klinge, Peter Schmitz, Gerd Peter, Frank Perschke und Heinrich Schünemann, der verhindert war. Nach dem Wettkampf traf man sich noch zu einem kleinen Umtrunk in der Kabine. Und "Willi" schwelgte in Erinnerungen.

 

Spannende, unterhaltsame und faire Spiele

Prima Stimmung beim Freundschaftsspiel gegen ESV-Verbandsliga-Damen

jb Lüneburg. Locker vom Hocker ging es beim Freundschaftsspiel gegen das 1. Damen-Verbandsliga-Team vom ESV Lüneburg zu (26. März 2010). Angeführt von Lüneburgs Tischtennis-Ikone Doris Diekmann sorgten Ursula Krüger, Nicola Betz, Sabine Eichhorst, Silke Kamler sowie Ursula Kühne vom MTV Embsen für spannende, unterhaltsame und faire Begegnungen. Ihnen gegenüber stand das LSV-Sextett, angeführt vom Organisator Carsten Klinge (Mannschaftsführer 2. Herren-Team) sowie Peter Wagner, Heinrich Schünemann, Peter Schmitz, Dietmar Herres und Neuzugang Michael Kossel (noch TSV Bienenbüttel).

Für die arrivierten ESV-Damen war das gut vierstündige Freundschaftsspiel in der Sporthalle der Igelschule Hagen eine willkommene Gelegenheit, sich auch auf das Punktspiel zwei Tage später gegen den SV Bawinkel (nordöstlich von Lingen [Ems] ) vorzubereiten.

18 Spiele standen auf dem Programm, die vom Ex-ESVer Klinge prima und reibungslos durchgeführt wurden. Mit 6:12 unterlagen zwar die Gastgeber, von Melancholie aber keine Spur. Denn schließlich waren die Gäste eine Klasse für sich, und die LSVer zeigten eine souveräne Leistung. Viel wichtiger als das Ergebnis war die Kameradschaftspflege zu den ESVerinnen.

Nicht zuletzt sorgte Carsten Klinge auch für das leibliche Wohl, gab´s doch leckeren Kuchen, Spinatauflauf, kühle Getränke und einige Snacks für den Hunger zwischendurch.

Der Small-talk kam dabei nicht zu kurz und alle Akteurinnen und Akteure waren der einhelligen Meinung: "Das hat richtig Spaß gemacht." Und: Carsten Klinge hat zu seinem Ex-Klub noch beste Verbindungen. Da wird es sicherlich ein Wiedersehen geben ?

Die Ergebnisse

Lüneburger SV ESV Lüneburg Satzverhältnis
Peter Wagner / Michael Kossel Ursula Krüger / Doris Diekmann 1:3
Dietmar Herres / Heinrich Schünemann Nicola Betz / Sabine Eichhorst 0:3
Carsten Klinge / Peter Schmitz Silke Kamler / Ursula Kühne 3:2
Michael Kossel Nicola Betz 2:3
Peter Wagner Ursula Krüger 0:3
Dietmar Herres Sabine Eichhorst 0:3
Heinrich Schünemann Doris Diekmann 0:3
Carsten Klinge Ursula Kühne 3:0
Peter Schmitz Silke Kamler 2:3
Michael Kossel Ursula Krüger 1:3
Peter Wagner Nicola Betz 3:2
Dietmar Herres Doris Diekmann 1:3
Heinrich Schünemann Sabine Eichhorst 0:3
Carsten Klinge Silke Kamler 3:1
Peter Schmitz Ursula Kühne 3:0
Peter Wagner / Michael Kossel Silke Kamler / Ursula Kühne 3:0
Dietmar Herres / Heinrich Schünemann Ursula Krüger / Doris Diekmann 0:3
Carsten Klinge / Peter Schmitz Nicola Betz / Sabine Eichhorst 0:3

 

Mit Argus Augen im Wettkampfbetrieb

Steaven Jenner und Christian Scholz sind Kreisschiedsrichter

jb Lüneburg. Auf der linken Brustseite des kurzärmeligen, schwarzen Hemdes leuchtet deutlich sichtbar das Magnetschild mit der Aufschrift "OSR Steaven Jenner", darunter in lindgrün das Emblem des Tischtennis-Verbandes Niedersachsen (TTVN).

Bei Punktspielen oder sonstigen Wettkämpfen im Tischtennis sind alle Aktiven an den Tischen "gewarnt": Mit Argus Augen "wacht" Steaven Jenner in der Sporthalle, ob auch alles mit rechten Dingen im Wettkampfbetrieb zugeht. Der 32-jährige (2007) Unparteiische gehört sei 1. Juni 2003 der Tischtennis-Abteilung der Lüneburger SV an und ist gleichzeitig Mannschaftsführer des dritten Herren-Teams.

Sein Debüt als Oberschiedsrichter (OSR) - zusammen mit seinem Vereins- und Mannschaftskamerad Christian Scholz legte er am 28. April 2007 die Prüfung zum Kreisschiedsrichter im Vereinsheim des SV Holm-Seppensen (bei Buchholz / Nordheide) ab - hatte er am 8. Juni 2007 beim Endspiel um den Kreispokal des Tischtennis-Kreis-Verbandes (TTKV) in der Sporthalle (Geb. 28) der ehemaligen Schlieffen-Kaserne, Heimstätte des TuS Erbstorf.

Locker und entspannt, von Lampenfieber keine Spur, stellte er sich den Aktiven beim Kreispokal vor. Fazit seines ersten Einsatzes: "Das hat richtig Spaß gemacht, es gab fast keine Probleme. Alle haben sich fair verhalten", freute er sich.

Erneut war Steaven Jenner am 27. September 2008 bei der Kreismeisterschaft der Jugend, Schüler A, B und C in der neuen Sporthalle Dahlenburg (Im Dorn) im Einsatz. Dort nahmen an diesem Tag 60 Aktive teil.

Klubkamerad Christian Scholz (27) gab seinen Einstand als Kreisschiedsrichter am 20. Januar 2008 bei der Kreismeisterschaft der Senioren in der Sporthalle Oedeme.

Apropos Kreisschiedsrichter: Alle zwei Jahre (ohne Prüfung) müssen sie eine Nachschulung über sich ergehen lassen, um auf dem neuesten Stand in der Wettspielordnung und der Regelkunde zu sein.

 

Erinnerungen an den Gründer der Sparte

Hans-Dieter Fricke war 26 Jahre Abteilungsleiter und starb nur 53-jährig

jb Lüneburg. Es war kein Aprilscherz ! Am 1. April 1974 gründete Hans-Dieter Fricke im Alter von 27 Jahren die Tischtennis-Abteilung der Lüneburger SV, das erste Training fand am Donnerstag, 4. April 1974, statt. Die Männer der ersten Stunde waren: Hans-Dieter Fricke, der nicht mit "Hans-Dieter", sondern nur mit "Dieter" angesprochen werden wollte und den alle Mitglieder respektvoll und mit Achtung begegneten (er war 26 Jahre Abteilungsleiter), Karl-Heinz Kumbartzky (1974 - 1980, danach von 1980 bis Mitte November 2007 beim SV Barnstedt, seit Ende November 2007 wieder bei der LSV), Gerhard Strenger und Hans-Jürgen Rieken. Ein Jahr später folgten Andreas Laumer, Otmar Klatt, 1976 Jens Burmester und 1978 Jürgen Wendlandt, Knut Jasker und Henning Drinkkuth.

Dieter Fricke, der als Prokurist bei der "LTG" in Lüneburg arbeitete, war kein Mann der vielen Worte, sondern ein Mann der Taten. Ihm haben es die Kameraden unter anderem zu verdanken, dass seit 1974 in der Sporthalle der Grundschule Hagen (früher: Volksschule VII, heute: Igelschule Hagen) an der Dahlenburger Landstraße (Einfahrt Schulstraße) trainiert und am Punktspielbetrieb teilgenommen wird. Als Gründungsvater war er in jeder Hinsicht im Umgang mit seinen Vereinskameraden, als Privatperson und in Tischtennis-Kreisen ein Vorbild. Ehrlich vom Scheitel bis zur Sohle, stets hilfsbereit - eben ein Mensch voller Elan, der nie den Lebensmut verlor.

Zuweilen konnte der fröhliche Spartenleiter hin und wieder auch ernste Töne anschlagen. Aber wie sagt der Volksmund: "Der Ton macht die Musik". Er war viele Jahre Staffelleiter, so unter anderem von 1978 bis 1980. Sein erster Doppelpartner war der am 23. September 2003 verstorbene Gerhard Strenger, der seinerzeit in der Keplerstraße im Stadtteil Neu Hagen ein Toto-Lotto-Geschäft führte. 1978 und 1979 spielte der heutige Abteilungsleiter Jens Burmester mit ihm Doppel. "Wir hatten sehr viel Spaß", erinnert sich Burmester.

Bei der Tischtennis-Vereinsmeisterschaft am 24. September 1983 belegte Dieter Fricke mit Frank Wiesinger im Doppel einen hervorragenden zweiten Platz, wie ein Jahr zuvor am 28. November 1982 bei der ersten Klubmeisterschaft.

Mitte der 90er-Jahre wurde bei ihm eine furchtbare Krankheit diagnostiziert: Die langsame, schleichende Erblindung, hervorgerufen, wie er Jens Burmester sagte, durch die jahrelange Einnahme von Kortison. Zu wissen, nie wieder Tischtennis zu spielen und vor allem nie wieder seine Kameraden in Lebensgröße zu sehen, ein herber Schicksalsschlag.

Dennoch blieb er bodenständig, wohlwissend, dass es nie wieder so sein wird wie früher. Dieter Fricke steckte seinen Kopf nicht in den Sand, gab sich nicht auf, hatte großes Orientierungsvermögen, war weiterhin eine Frohnatur und bei fast allen Punktspielen dabei. Langeweile - ein Fremdwort für ihn. Zudem war er Schriftführer im Lüneburger Blindenverein.

Der deutsche Theologe Dietrich Bonhoeffer sagte: "Je schöner und voller die Erinnerung, desto schwieriger ist die Trennung. Aber die Dankbarkeit verwandelt die Erinnerung in eine stille Freude. Man trägt das vergangene Schöne nicht wie ein Stachel, sondern wie ein kostbares Geschenk in sich."

Im Alter von nur 53 Jahren starb Dieter Fricke völlig überraschend am Morgen des 4. Mai 2000.

Am 9. und 10. Januar 2004 gedachten die Kameraden der Tischtennis-Abteilung ihrem Gründer mit dem 1. Hans-Dieter-Fricke-Gedächtnispokal. Die Idee, diesen Cup ins Leben zu rufen, kam am 28. Juni 2003 von Vereinskamerad Peter Schmitz auf der Klubmeisterschafts-Feier bei Jürgen Wendlandt in Echem.

Abteilungsleiter Jens Burmester: "In unserem Herzen wirst du immer bei uns sein, und jeder Pokalgewinner möge die Trophäe in Ehren halten."

Nach der Spartengründung wurde eifrig trainiert, und so meldete die Tischtennis-Abteilung zur Saison 1974 / 1975 eine Mannschaft mit sechs Spielern, die entgegen allen Erwartungen auf Anhieb sogar den Aufstieg in die nächst höhere Spielklasse schaffte. Vom Erfolg beflügelt, wuchs die Sparte rasch an. Fast 30 Aktive bildeten die Abteilung, sehr zur Freude von Dieter Fricke.

Im Jahr 1979 beschloß man dann, eine Jugendgruppe zu gründen. Schnell war ein Verantwortlicher gefunden. Sein Name: Jürgen Wendlandt (39). Er nahm das Ruder in die Hand, Schülern und Jugendlichen diesen Sport beizubringen. Es waren aber auch schon einige Schüler dabei, die das Tischtennisspielen gut beherrschten. So ergab sich die Möglichkeit, auch mit Schülern am Punktspielbetrieb teilzunehmen, wobei eine Schülermannschaft auf Anhieb Meister wurde. Leider löste sich die Jugendgruppe 1981 wieder auf, bedingt durch Zeitmangel des Betreuers und fehlender Erwachsener, die dieses sehr anstrengende aber schöne Amt ausführen konnten.

1984 hatte es die Sparte endlich geschafft, auch Damen zu überreden, diesen herrlichen Sport auszuüben. Auch sie nahmen am Punktspielbetrieb teil, wobei sie Jahr für Jahr Vizemeister wurden und erst nach der Saison 1987 / 1988 endlich den Aufstieg schafften.

Bei den Herren wechselten die Erfolge mit Auf- und Abstieg.

 

Drei "Urgesteine" trafen sich zum Abschied

Jürgen Wendlandt verließ am 15. November 2007 den Klub Richtung Norwegen

jb Lüneburg. Dieses Bild wird es in der Tischtennis-Abteilung der Lüneburger SV kein zweites Mal geben. Nach 10.585 Tagen verabschiedete sich Jürgen Wendlandt am Donnerstag, 15. November 2007, nicht nur für immer vom Verein, er kehrte auch Deutschland den Rücken. Der 67-jährige (2007) gelernte Schriftsetzer, der bis vor vier Jahren Setzereileiter im "nordland druck" (zunächst Hügelstraße, jetzt Stadtkoppel) in der Hansestadt Lüneburg war (2003), zog es aus privaten Gründen mit Kind und Kegel in das Land der Fjorde. Genauer gesagt: In das rund 385.000 km² große und etwa 4,7 Millionen Einwohner zählende Norwegen (Skandinavien).

Für die Tischtennis-Sparte stand der gebürtige Berliner etwa 3.840-mal am Tischtennis-Tisch im Punktspielbetrieb. Er stellte 1978, dem Jahr seines Vereinsbeitritts, allmählich eine erfolgreiche Jugendmannschaft auf die Beine.

In der LSV nahm Wendlandt von 1979 bis 1981 den Tischtennis-Jugendleiter wahr, führte von 1979 bis 1983 zudem mit seiner Frau Gisela das Vereinsheim in der Sporthalle Kaltenmoor und lenkte die Geschicke im Vorstand als Schriftführer (1979 - 1989). Zusammen mit seinem Klubkameraden Jens Burmester, der aus gesundheitlichen Gründen den Sport nicht mehr ausüben darf und am 11. März 2005 sein letztes Punktspiel bestritt, war er von 1978 bis März 2005 im Training unerbittlicher "Gegner", im Mannschaftskampf "ein Herz und eine Seele".

Als Staffelleiter machte er sich von 1980 bis 1983 einen Namen, stand viele Jahre eines Vierer-Teams als Mannschaftsführer im Wettkampf vor.

Mit dem letzten, lebenden ersten Mann aus der Gründungszeit, Karl-Heinz Kumbartzky, der bis Mitte November 2007 beim SV Barnstedt aktiv war und seit Ende November 2007 an alter Wirkungsstätte bei der LSV spielt, verband ein sportliches und freundschaftliches Verhältnis.

Die drei "Urgesteine" der Sparte trafen sich am 15. November 2007 in der Sporthalle der Igelschule Hagen zum Abschiedsfoto. Dabei ließen Karl-Heinz Kumbartzky (Gründungsmitglied der Sparte von 1974), Jens Burmester (1976) und Jürgen Wendlandt (1978) die vergangene Zeit Revue passieren und stellten einmütig fest: "Das war eine schöne Zeit, die wir nicht missen möchten. Wir haben uns mit Sicherheit noch viel zu erzählen."

Vielleicht daheim im Domizil von Jürgen Wendlandt am Kamin in Mittelnorwegen - nach einer 36-stündigen Reise.