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Traum geplatzt vor Traumkulisse

Acht Siege und vier Niederlagen in der abgelaufenen Saison

Von Jens Burmester und Mark Düffert

Lüneburg. Der Traum von der vierten Liga platzte wie eine Seifenblase und dennoch können die Lüneburg Razorbacks (American Football-Team der Lüneburger SV) mit erhobenen Hauptes auf eine erfolgreiche Saison zurückblicken (acht Siege, vier Niederlagen) und getrost in die neue Spielzeit im kommenden Jahr gehen. Jetzt erst recht lautet die Devise, um das here Ziel Oberliga zu erreichen. War der Punktspielstart der Wildschweine von der Ilmenau gegen die Hamburg Huskies II mit einem 28:3-Erfolg eine maßgeschneiderte Punktlandung, so kassierte das Team um die Coaches Mark Düffert (Offense Coordinator) und Johannes Feddern (Defense Coordinator) im letzten Heimspiel vor einer Traumkulisse eine 0:10-Klatsche, die allen Akteuren so richtig weh tat (6. Oktober 2019). Damit ist die Meisterschaft in der Verbandsliga Nord Geschichte, am Ende blieb nur der "undankbare" dritte Tabellenplatz.

So kamen die Gastgeber nur schwer in die Partie, die Hanseaten erwischten einen prima Start und zeigten auf dem Feld warum sie Tabellenführer sind. Doch aufgeben und sich verstecken, dass sind in den Köpfen der Razorbacks Fremdwörter. Nach der Teepause und einer Standpauke zeigten die Wildschweine eine deutlich bessere Leistung, zumal die Defense bei den Angriffen der "Schlittenhunde" ordentlich dagegen hielt. Das Positive daraus: Sie ließen keine Punkte für den Gegner mehr zu.

Zählbare Punkte für die Hamburger, die sich auch schwer taten, kamen im ersten Viertel nur in Form eines Field Goals zur 3:0-Führung zustande. Die Defense der Razorbacks zeigte ein um das andere Mal, warum sie zurecht zur besten Defense der Liga zählt. Im zweiten Quarter rissen die Elbestädter durch eine Interception der Wildschweine ungefähr in Höhe der Lüneburger 35-Yard-Linie den Ball an sich, und diese günstige Feldposition wurde dann auch gleich ausgenutzt, um den Spielstand durch einen Touchdown auf 10:0 zu erhöhen. Im zweiten Quarter kam das Lüneburg-Team noch zu einem Field Goal-Versuch aus etwa 35 Yards Entfernung, doch der Kick war ein paar Inches zu kurz. Somit blieb es zur Halbzeit beim 10:0 für die Huskies II.

Auch in der zweiten Halbzeit konnten die Razorbacks nicht ihr gewohntes gutes Offense-Spiel herunterspielen. Viele kleine individuelle Fehler führten immer wieder dazu, dass der Ball mittels Punt abgegeben wurde. Dazu kamen Ballverluste durch Interceptions und Fumbles. Auch die Huskies II erhielten keine weiteren Punkte auf das Scoreboard, die Defense der Lüneburger gab alles, aber am Ende hatte es nicht mehr gereicht. Nicht ganz unverdient siegten die Hanseaten und holten sich die Meisterschaft in der Verbandsliga Nord.

Die Lüneburg Razorbacks gehen jetzt erst einmal (zusammen mit ihrem Jugendteam) in eine dreiwöchige Trainingspause. Anschließend beginnt dann die Vorbereitung auf die Saison 2020.

Die Zuschauer waren von der Abschlußbegegnung auf dem Vereinsgelände der Lüneburger SV hellauf begeistert und feuerten ihre Mannschaften frenetisch an. Das übertrug sich logischerweise auf die Spieler, die viele bissige, faire, spannende und unterhaltsame Spielszenen zeigten. Zum Glück blieben beide Teams von Verletzungen verschont.

Im Rahmenprogramm war für Leib und Seele bestens gesorgt. LSV-Vize und ehrenamtlicher Vereinswirt Wolfgang ("Wolle") Niewerth servierte Herzhaftes vom Grill sowie gekühlte Getränke, die Razorback-Crew wartete mit leckerem Kuchen auf, und im kleinen, aber feinen blauen Zelt konnte so mancher Fanartikel der Lüneburg Razorbacks bestaunt und käuflich erworben werden.

Der sportliche Teil war aus Sicht der Gastgeber zwar nicht erfreulich, im Großen und Ganzen hatten alle Besucher viel Spaß bei diesem Event, das letztmalig an der Schützenstraße 31 ausgetragen wurde. Denn ab Januar 2020 wechseln die Lüneburg Razorbacks auf eigenen Wunsch zum VfL Lüneburg, dem zweitgrößten Stadtverein, der mit seinen etwa 3.300 Mitgliedern in diesem Jahr sein 125-jähriges Klubjubiläum feiern konnte.

LSV-Chef Sebastian Paepke: "Der Vorstand der Lüneburger SV bedankt sich bei den Footballern für sechs Jahre Vereinstreue und wünscht ihnen für die Zukunft alles erdenklich Gute, sportliche Erfolge und beim neuen Klub einen guten Start !"