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"Wir sind stolz auf die tolle Prämierung"

jb Hildesheim / Lüneburg. Lobende Anerkennung für die Lüneburger SV: Die Festschrift zum 100-jährigen Vereinsjubiläum 2013 mit dem Titel "Von der ATL zur LSV" wurde vom Niedersächsischen Institut für Sportgeschichte (NISH) im Rahmen ihres Wettbewerbs "Wir suchen die beste Jubiläumsfestschrift" ausgezeichnet. Bei der Preisverleihung in Hildesheim nahmen LSV-Vereinschef Ralf Pagels und die beiden Chronisten Erhard Rölcke und Erich Husmeier freudestrahlend die Urkunde vom NISH-Vorsitzenden Prof. Dr. Arnd Krüger und Geschäftsführer Prof. Dr. Dr. Bernd Wedemeyer-Kolwe entgegen (30. Mai 2015). "Wir sind stolz auf die tolle Prämierung. Gleichzeitig möchte ich mich beim Gastgeber Eintracht Hildesheim für den netten Empfang bedanken", betonte Ralf Pagels. 

"Erhard Rölcke und Erich Husmeier haben die Chronik des Vereins in Lüneburg geschrieben, der aus der Fusion von zwei Arbeitsportvereinen entstanden ist, die sogar zweimal fusionierten. In dem reich bebilderten Band reihen sich die Organisationsgeschichte und die Geschichte der unterschiedlichen Sportarten, bei denen der Fußball frühzeitig an erster Stelle stand, aneinander an", machte Prof. Dr. Arnd Krüger in seiner Lauditio deutlich und ergänzte: "Es gelingt den Verfassern, die Entwicklung vom Arbeitersport zu einem allgemeinen Sportverein zu zeigen, der zwar Elemente der Arbeitsporttradition hochhält, aber kaum noch als Arbeitersportverein erkennbar ist. Die reich bebilderte Festschrift ist chronologisch aufgebaut und zeigt zudem das relative Eigenleben der einzelnen Abteilungen. Es ist den Verfassern gelungen, sowohl historische als auch die breitgestreute Gegenwart überaus kompetent zu beleuchten."

 

(Quelle: Landeszeitung - Ausgabe vom 2. Juni 2015)

Vereinschronik mit viel Wissenswertem auf 224 Seiten

Zum 100-jährigen Jubiläum der Lüneburger Sportvereinigung von 1913 e. V. (LSV) hat sich der Vorstand zur Aufgabe gemacht, eine Festschrift herauszubringen. Dazu wurde ein Autoren-Team um Ralf Braun (2. Vorsitzender vom 20. April 2012 bis 28. März 2014) gebildet, um dieses Werk zu erstellen.

Erhard Rölcke und Erich Husmeier haben die Zeit von den Anfängen des Vereins als Arbeiter-Turnerschaft Lüneburg (ATL), später Freie Sportvereinigung Lüneburg (FSL) und des Hagener Sportvereins (HSV) bis zum Jahr 1971 sowie die Zeit nach der Fusion von Freie Sportvereinigung Lüneburg von 1913 und Hagener Sportverein von 1926 zur Lüneburger Sportvereinigung von 1913 bis zum Jahr 2013 zu einer Chronik zusammengestellt. Dabei wurden sie von Ralf Braun und Jens Burmester (Schriftführer und Pressewart) sowie für den Zeitraum bis 1933 von Walter Lang (Hamburg) und Heinrich Nahr (Bornheim / Rhein-Sieg-Kreis zwischen Köln und Bonn gelegen) unterstützt.

Die Festschrift besteht aus 224 Seiten. Wir können nicht alles auf unserer Homepage veröffentlichen, dass würde den Rahmen bei weitem sprengen. Der Rückblick beleuchtet den Ursprung der Lüneburger Sportvereinigung, die Freie Sportvereinigung Lüneburg (FSL), den Hagener Sportverein (HSV) und die Gründung der LSV 1971.

Mehr Wissenswertes zeigt unsere Vereinschronik (jb-Foto).

Im Übrigen ist die Festschrift (Vereinschronik) weiterhin für 7,00 € in der Geschäftsstelle der Lüneburger SV (Schützenstr. 31) und Vereinsgaststätte "Zum Sportpark" erhältlich.

Zeittafel / Gründungen / Fusionen

1894 Gründung Arbeiter-Turnerschaft Lüneburg (ATL)
1913 Gründung ATL Fußball-Abteilung | Am 27. Juli 1913 ist es soweit. In der ATL wird eine Fußballabteilung gegründet. Der Fußballabteilung gehören Adolf Röber und Hermann Müller an. Die Spieltracht (Trikot): Grünes Hemd und schwarze Hose
1924 Gründung Freie Sportvereinigung Lüneburg (FSL)
1926 Gründung Hagener Sportverein (HSV)
1931 Übertritt ATL
1933 - 1945 Verbot der Arbeiter-Sportvereine
1945 Neugründung FSL
1949 Neugründung HSV

1971

Gründung Lüneburger Sportvereinigung (LSV) aus der Fusion FSL und HSV. Ab 17. Juli 1971 heißt es: LSV

Erste Jahreshauptversammlung der Lüneburger Sportvereinigung (LSV): Donnerstag, 29. Juli 1971, Schützenhalle Hagen

2008

Gründung FC Hansa Lüneburg (vom 30. Juni 2008 bis 15. August 2010 war der Fußballbetrieb bei der LSV komplett eingestellt)

2013

100 Jahre LSV (Jubiläum vom 21. bis 23. Juni 2013) | Am 27. Juli 2013 besteht die Lüneburger Sportvereinigung von 1913 (LSV) 100 Jahre.

 

Ursprung der Lüneburger Sportvereinigung von 1913

Am 27. Juli 2013 bestand die Lüneburger Sportvereinigung von 1913 (LSV) 100 Jahre. Seinen Ursprung hatte die LSV in der Arbeiter-Turnerschaft Lüneburg (ATL). Der Verein wurde am 26. Mai 1894 gegründet und schloss sich dem 1893 gegründeten Arbeiter-Turner-Bund (ATB) an.

Nach der Revolution von 1848 in den deutschen Landen nahm die Turnbewegung einen enormen Aufschwung. Die Bewegung wurde so stark, dass sich die Turnvereine 1861 zur Deutschen Turnerschaft (DT) vereinten.

Durch die unterschiedlichen wirtschaftlichen Entwicklungen in den folgenden Jahren im Bürgertum (Bourgeoisie) und in der Arbeiterschaft (Proletariat) und den damit verbundenen Klassenkämpfen, kam es zur Spaltung in der Turnbewegung. Mit dazu trug der Aufruf des DT-Vorsitzenden Theodor Georgii (Foto) 1883 in der Deutschen Turnzeitung bei: "Alle Sozialdemokraten und sonstige verderbliche Elemente" aus der DT und ihren Vereinen auszuschließen. So kam es zur Gründung des Arbeiter-Turner-Bundes (ATB) am 21. / 22. Mai 1893 in Gera. In den Tagen um den 8. bis 12. Juni 1919 änderte sich der Name des Bundes in Arbeiter-Turn- und Sportbund (ATSB).

Die Anfangsjahre der ATL waren mehr als schwer. Als Turnmöglichkeit diente anfangs ein Schuppen, später ein Gasthaus-Saal. Schwierigkeiten wurden dem Verein aufgrund der damaligen politischen Situation in allen Bereichen von der behördlichen Obrigkeit gemacht. Dennoch wuchs der Verein. Heimlich wurden Jugendliche aufgenommen, ein Spielmannszug, eine Damenriege und Knabenabteilung gegründet. 1908 wurde in Oedeme (Am Heidkamp) ein fünf Morgen (12.500 m²) großes Gelände gepachtet und in Eigenhilfe zu einem "Sportplatz" ausgebaut.

Fußball hatte bis dahin keine Bedeutung in der ATL, obwohl ab 1901 der Fußballsport in Lüneburg durch die Gründung mehrerer Fußballvereine immer mehr Interesse in der Bevölkerung fand. Das ist auch in einem Protokoll von 1902 festgehalten. Dort ist nachzulesen, dass der Antrag zur Anschaffung eines Fußballs abgelehnt wurde. Für diese neue Sportart sah man auf Dauer keine große Zukunft.

Vermutlich wurden dann doch in den Jahren 1911 und 1912, nachdem der Sportplatz in Oedeme fertiggestellt war, in der ATL die ersten Fußball-Versuche durch eine Turnermannschaft unternommen, die aber noch nicht den nötigen Durchbruch erzielte. Hierzu eine Anmerkung: Am 21. August 1904 fand ein Spiel zwischen FK Britannia und FK Hohenzollern statt (0:2). Später tauchte mit der Gründung der Freien Sportvereinigung Lüneburg (FSL) eine Mannschaft mit dem Namen "Bretania" auf. Ob eine Verbindung zur ATL bestand ? Vielleicht lagen dort schon die Wurzeln des Fußballspiels in der ATL. Aufgrund der Animosität zu Großbritannien war eine Nähe zu diesem Land damals verpönt. So könnte es von dem Namen Britannia zur Bretania gekommen sein. Vermutlich wurde 1908 eine Fußballmannschaft / der Fußballklub Bretania gegründet.

Als Gründungsdatum für die FSL wurde in der FSL-Festschrift zum 50-jährigen Jubiläum der 22. Juni 1913 genannt. In der Satzung vom 18. August 1945 stand aber der 27. Juli 1913. Für die ATL wurde als Gründungsdatum der 15. Mai 1894 in der ATL-Festschrift zum 60-jähriigen Bestehen genannt. In einer Abschrift der Chronik und in der Satzung stand aber der 26. Mai 1894.

Am 27. Juli 1913 war es soweit: In der ATL wurde eine Fußball-Abteilung gegründet. Die Gründung hing wohl auch damit zusammen, dass im Sommer 1913 Bewegung in die Durchführung von Fußball-Serienspielen kam. Ein Rundschreiben (des dritten Kreises im ATB) an die Vereine, in dem sie zu reger Mitarbeit aufgefordert wurden, hatte als Anfang einen durchaus guten Erfolg. 14 Vereine wollten sich an den Serienspielen beteiligen. Der Fußballabteilung gehörten Adolf Röber und Hermann Müller an. Die Spieltracht (Trikot) war grünes Hemd und schwarze Hose. Über einen geordneten Spielbetrieb lagen keine Unterlagen vor. Serien-Punktspiele wurden in dieser Zeit noch nicht ausgetragen. Soweit Spiele vereinbart worden sind, fanden sie sicherlich gegen die Arbeitervereine Hamburg statt.

Die ATL gehörte als Arbeiterverein dem ATB und nicht dem Deutschen Fußball-Bund (DFB) und dem Norddeutschen Fußball-Verband (NFV) an. Im Juni 1919 änderte der Bund seinen Namen in ATSB. Der Bund gliederte sich in 16 Kreise, die wiederum in Bezirke. Vier Kreise bildeten jeweils einen Verband. Die Bezirke waren in Gruppen aufgeteilt.

Der Erste Weltkrieg (1914 bis 1918) machte erst einmal alle Hoffnungen auf Fußballwettkämpfe um Tore und Punkte ein Ende. Nach Ende des Ersten Weltkrieges (11. November 1918) lebte die Fußballabteilung der ATL wieder auf. Das erste Spiel nach Kriegsende fand am 19. März 1919 auf dem ATL-Platz statt. Die erste Mannschaft gewann gegen den FSV Vorwärts Schiffbek mit 3:1 (Hinspiel: 4:0), die zweite Herren trennte sich 1:1.

 

1924 - 1933 Unter neuem Vereinsnamen:
Freie Sportvereinigung Lüneburg von 1913 (FSL)

Mit einem Gründungsball am 6. Januar 1924 machte die Freie Sportvereinigung Lüneburg von 1913 (FSL) die Lüneburger auf die Trennung von der Arbeiter-Turnerschaft Lüneburg von 1894 aufmerksam. Am 8. März 1924 fand ein Wintervergnügen in der Lamberti-Halle statt, einen Tag später wurde die Fußballpartie FSL I gegen Vorwärts ausgetragen.

Eine Anzeige in den "Lüneburgschen Anzeigen" (Tageszeitung) und Plakate wiesen zu Ostern auf ein gemütliches Beisammensein (19. April 1924) und am zweiten Ostertag auf den Sportlerball hin. Zudem fanden sportliche Veranstaltungen an beiden Ostertagen statt.

Am 22. Juni 1924 wurde der Reichsarbeiter-Sportttag durchgeführt. An den Wettkämpfen nahmen "Genossen" der FSL teil. Dabei wurden u. a. Schwimmwettkämpfe veranstaltet. Die besten Schwimmer, darunter auch FSL-Sportler, erhielten Diplome als Auszeichnung.

Über die Zeit vom 3. Juli 1924 bis 9. Juni 1927 lagen Protokolle der FSL vor. Auf der Tagesordnung standen Aufnahmen, Sportliches (Spiel und Sport) und Verschiedenes. Die aufgenommenen Mitglieder wurden als "Genossen" bezeichnet.